Das Transition Year ist sehr prüfungsarm und auch Hausaufgaben sind eher weniger als in Deutschland. Dafür ist die Schule in Irland generell länger. Sie beginnt um 9 Uhr und endet etwas um 15:30 Uhr. Wegen der generell unzuverlässigen Busverbindungen muss ich den Weg zur Schule schon mehr als eine Stunde vor Schulbeginn antreten. Der Rückweg geht jedoch schneller, weil der Schulschluss auf den Busplan abgestimmt ist.
Mit den Sportangeboten bin ich an meiner Schule auch sehr zufrieden. Ich spiele in Deutschland Hockey und Tennis und konnte beides in meinem 4 monatigen Aufenthalt verfolgen. Hockey ist mehr ein Mädchensport in Irland, aber ich durfte beim Trainieren eines der Teams helfen.
Tennis konnte ich sogar während der Schulzeit spielen, weil es eines der Angebote für das Unterrichtsfach „Activities“ war. Activities ersetzt im Transition Year das Fach Sport und ist eigentlich nur ein Nachmittagsunterrichtsblock, in dem man wählen kann welches der meistens 3 Angebote man wahrnehmen will. Es gibt zum Beispiel: Tennis, Pitch and Putt, Segeln und Kickboxen (nur für Mädchen).
Nun zu meiner Gastfamilie:
Meine Gastfamilie ist absolut zum Weiterempfehlen. Ich habe mich auf Anhieb mit allen sehr gut verstanden und ich wurde direkt als Familienmitglied aufgenommen. Die Familie erlaubt einem auch so ziemlich alles zu benutzen. Sogar das Laufband im Zimmer meiner Gasteltern und auch der Drucker und der Computer mit Internetzugang stehen einem zur Verfügung. Außerdem hatte jeder sein eigenes Zimmer. Gleichzeitig mit mir war noch ein anderer Austauschschüler in der Gastfamilie. Dieser kam aus Spanien und wir haben uns gut verstanden.
Auch hat man kaum Pflichten und kann seinen Aufenthalt sehr genießen.
Sogar das Essen wurde etwas für mich und meinen Austauschgruppen aus Spanien angepasst. Dazu muss man sagen: Das irische Essen besteht normalerweise aus Kartoffeln. Es gibt Kartoffeln in jeglicher Form, aber man isst jeden Tag Kartoffeln. Meistens allerdings in der Form von Pommes, die die Figur nicht besonders positiv beeinflussen.
Über einiges sollte man sich jedoch bewusst sein, wenn man nach Irland geht:
Wenn man in eine Region geht, die nicht ein einsames Dorf inmitten von Nirgendwo geht, dann ist es nicht unwahrscheinlich auch andere Deutsche Austauschschüler in der Klasse zu haben oder zumindest zu kennen.
Wer ein Partymacher aus Leidenschaft ist, könnte in Irland auch enttäuscht werden, will Pubs je nach Region streng auf Alter kontrolliert werden. Und es nicht viele Partyalternativen gibt.
Die Hilfe meines Koordinators musste ich mangels Problemen nicht häufig in Anspruch nehmen. Durch die monatlichen Besuche in der Schule hatte man aber stets das Gefühl gut betreut zu sein. Bei diesen Besuchen soll man jedes Mal einen Fragebogen ausfüllen. Es geht um die schulischen Leistungen, die Familie und die Freizeitbeschäftigungen. Der Koordinator unserer Organisation war immer engagiert und konnte einem auch bei kleineren Problemen, wie der Rückerstattung von Schulbuchkosten schnell weiterhelfen und eine Lösung finden.
Auch im Vergleich mit dem Koordinator einer anderen Organisation konnte ich sehr zufrieden sein.
Wobei wir auch schon bei der Beurteilung der Organisation wären. Ich bin sowohl mit der Partnerorganisation von World Wide Qualifications, als auch mit World Wide Qualifications selbst zufrieden. Andere Austauschschüler, die ich hier kennen gelernt habe, hatten zum Teil unfreundliche Koordinatoren. Auch mussten Austauschschüler anderer Organisationen sehr viel selbst bezahlen. Ein Beispiel sind die Kosten fürs Transition Year, die sich auf etwa 300€ (für das ganze Jahr) belaufen oder die Kosten für Schuluniform und Schulbücher.
Alles in allem ist dieser Auslandsaufenthalt eine ganz neue und wertvolle Erfahrung gewesen. Auch mein Englisch hat sich schon nach kurzer Zeit deutlich verbessert. Es hat viel Spaß gemacht zu merken, dass englisch sprachige Leute nicht mehr extra langsam für mich sprechen mussten und dass ich auch immer mehr gelernt habe mir dem Dialekt in der Region um Cork umzugehen.
Das sind meine Eindrücke von meinem Aufenthalt. Leider rückt der Abschied nun immer näher und in nicht einmal 2 Wochen werde ich schon wieder in Deutschland sein. Ich hoffe, dass ich ihnen helfen konnte und damit auch neue Austauschschüler ermutige.
Grüße,
Marc |